| Universalien sind
Allgemeinheiten. Im Universalienstreit, eine
philosophische Auseinandersetzung im Mittelalter, wurde
das Verhältnis des Allgemeinen zu den Dingen diskutiert.
Die Frage lautete, wem kommt eigentlich - Sein zu,
den Begriffen oder den Gegenständen? Offensichtlich bedingt das eine das andere und so geht es in der Erfahrung der Welt grundsätzlich um das Verhältnis des Einzelnen zu einem Ganzen, ein Verhältnis, von dem die Philosophen sagen, dass das Einzelne veranschaulicht, ein Ganzes aber nur gedacht werden kann. In der Bildenden Kunst kann das Verhältnis von Teilen zu einem Ganzen (Gegenstand und Idee) problemlos veranschaulicht werden. Die Darstellung z. B. von Äpfeln in Paul Cezannes Stillleben sind zuerst einmal die Äpfel auf seinem Tisch. Sie sind aber auch - als Bild - Äpfel schlechthin. Die Verknüpfung von Idee und Gegenstand ist in der Bildenden Kunst das A und O. Möglich wird dies durch den eingegrenzt idealen Raum z. B. einer Leinwand oder eines Papiers. |
Man kann
den idealen Raum des Bildnerischen auch ohne Verweis auf
die sichtbare Welt ausgestalten (wie all die Formen von
Abstraktion belegen), man kann aber auch die Mathematik
oder die Philosophie als Ausgangspunkt nehmen. Im Falle
der Mathematik spielt die Zahl, spielen Verhältnisse und
Geometrien eine Rolle, im Falle der Philosophie sind es
vor allem Fragen nach dem Ganzen. Das Ganze als
Sehnsuchtsort. Doppelarbeit ist der übergreifende Titel von monochromen Werken, die bereits abgeschlossen waren und jetzt, Jahre später, durch eine lineare, zeichenhafte Struktur ergänzt wurden. Da diese Strukturen auf individuelle Ausformungen verzichten und so allgemein wie möglich gehalten sind, könnte man die Ergebnisse als bildnerische Universalien oder Ikonen des Allgemeinen bezeichnen. |
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